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17
Jun

Wer schreibt der bleibt

Viele Dinge sind uns Menschen von Geburt an vergönnt. Lesen und Schreiben gehört dazu. Erst im Kindergarten bzw. auf den Pfaden der Grundschule werden wir sachte und mit viel Übung an das Alphabet mit seinen dreißig Buchstaben herangeführt. Sozusagen zu ABC-Schützen ausgebildet. Was anfänglich nicht sehr routiniert von der Hand geht und eher an hieroglyphisches Gekritzel erinnert, entwickelt sich im Laufe eines jeden Lebens zur individuellen und oftmals markanten Handschrift. Darauf wird in der Grundschule noch viel Augenmerk gelegt, wobei sogar Zensuren auf Schönschrift vergeben werden. Der Umgang und das Schreiben mit dem Füllfederhalter stellt sozusagen in der Grundschule die Kür des Erlernens dar und dient zur Einübung in eine verbundene Schrift. Ab hier ist dann der Grundstein an physischer Technik gelegt.

Beim Schreiben spielt, neben der physischen Technik, aber auch das gebrauchte Werkzeug eine wichtige Rolle. Im Laufe der letzten Jahrhunderte haben sich dabei sehr viele Innovationen und Revolutionen aufgetan. Wo anfänglich noch mit Holzstäbchen und Terra preta hantiert und später mit Tintenfass und Feder auf Papier gekleckst wurde, bedient sich heute die zivilisierte Bevölkerung weltweit einer schier unüberschaubaren Vielzahl an Schreibgeräten. Ob simpler Kugelschreiber, Edelholzbleistift, Astronautenstift zum Schreiben in der Schwerelosigkeit des Weltalls, klassischer Füller oder universeller Tintenroller. Der immense Fortschritt innerhalb von nur wenigen Jahrhunderten ist atemberaubend.

Der Tintenroller funktioniert vom Wirkprinzip her ähnlich wie ein Kugelschreiber. Eine wasserbasierte Tinte wird über einen Kanal an eine Schreibkugel abgegeben. Das haptische Schreibgefühl ist hierbei sehr flüssig und angenehm, da beim Kugelschreiber die ölbasierte Schreibpaste schmierig und zäh sein kann. Im Jahre 1963 wurde im fernen Japan durch Forschung und Entwicklung dem ersten Tintenroller ein Name gegeben. Danach versuchten sich, bis in die heutige Zeit, viele namenhafte Stiftehersteller mit der Nachahmung und Weiterentwicklung. Die Frage nach eingelassenem Faserspeicher oder freiem Tintensystem – eine Philosophie für sich.

Die Systematik des Faserspeichers ist einfacher aufgebraut und älter wie die der freien Tinte. Die Schreibflüssigkeit wird in einem sogenannten Kapillarspeicher deponiert und an den Tintenleiter an der Spitze übertragen. Der Vorteil liegt an dem sehr flüssigen Schreibfluss, der jedoch bei zunehmender Entleerung spürbar und unkomfortabel abnimmt.

Beim freien Tintensystem fließt die Tinte aus einem kleinen Tank, ähnlich wie bei einem altmodischen Kolbenfüller, mittels Tintenleiter direkt in den Schreibkanal. Um ein unschönes Auslaufen zu verhindern, sitzen vor dem Tank kleine Plättchen, um überschüssige Tinte aufzufangen bzw. zurück zu befördern. Durch dieses Patent ist ein gleichbleibender Schreibfluss bis zur vollständigen Entleerung der Schreibflüssigkeit gewährleistet.

Wie auch immer es gefällt, der Tintenroller wird sicher auch noch viele nachfolgende Generation auf dem Schul- und Arbeitsweg begleiten.

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